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Was macht eigentlich Clemens Ecken
Es gibt bodenständige Karrieren: Da ist ein kleiner Ort, zum Beispiel Waldniel; es gibt einen renommierten Familienbetrieb, zum Beispiel eine Druckerei; da ergäbe es sich doch wie selbstverständlich, dass der Sohn den Betrieb irgendwann übernähme.
Clemens Ecken machte also nach dem Abitur 1977 auch eine Lehre im Druckgewerbe, nämlich bei der Firma Kühlen in Mönchengladbach, arbeitete dann im eigenen Betrieb, eigentlich sah alles so aus wie immer in der Familie. Die Unruhe war aber schon früh in Clemens Eckens Leben gekommen. Denn sein Großonkel, Bruder Kephas von den Steyler Patres, mit bürgerlichem Namen Franz Spee, hatte lange Jahre seines Lebens in China zugebracht, sogar an der Universität in Peking gelehrt und kannte Mao Tse Tung persönlich.
Besuche in SteijI. In SteijI wurde der Großonkel nach der Rückkehr aus China Geschäftsführer des Ordens, die Familie besuchte ihn gerne und Clemens Ecken ließ sich von dem Großonkel das Missionsmuseum mit den zum Teil sehr exotischen Ausstellungsstücken zeigen. Rückblickend sagt Clemens Ecken heute: ”Von ihm habe ich den Hang in die Ferne; und dann habe ich mit privaten Weltreisen angefangen.”
Ende der achtziger Jahre lernt er in Peru seine spätere Frau Desiree kennen; ein weiterer Zufall lässt ihn dem ehemaligen St. Wolfhelm- Schüler Karl Ahlers in Peru begegnen, der dort für den Deutschen Entwicklungs-Dienst (DED) arbeitet und ihm eine Stelle in einer Druckerei in Lima, der Hauptstadt Perus, anbietet. ”Das Reizvolle im Druckereiwesen ging damals sowieso verloren, die ganze Elektronik machte alles kaputt, das hatte mit dem FastKunsthandwerk Druck nichts mehr zu tun.”
Also verließ Clemens Ecken die eigene Firma in Waldniel, betreute in Lima Projekte - nicht nur im Druckwesen - des DED und schlug Wurzeln in Südamerika. 1992 wurde als erstes Kind der Sohn Sebastian geboren, im Jahre darauf die Tochter Katharina. Die frühen neunziger Jahre brachten Peru in die Schlagzeilen der Weltpresse. Ein junger Mann, Sohn des früheren Viersener Stadtdirektors, wird mit anderen Europäern ermordet. Die Terrororganisation “Sendero luminoso“, Leuchtender Pfad, steckt dahinter. Der Anführer der Terroristen, ein Professor Guzmän, predigte einen menschenverachtenden Steinzeitkommunismus, ähnlich dem der Taliban in Afghanistan oder der Horden Pol Pots in Kambodscha. Auch Clemens Ecken wurde bei Fahrten durch das Land bedroht, bekam auch schon einmal einen Wink, besser nicht hierhin oder dorthin zu gehen: ”Man lernt die politische Elite des Landes kennen.”. Aber nach dem Überfall auf die japanische Botschaft in Lima und weiteren Mordserien in Peru stellte er fest: ”Wir sagten uns: ’Es geht nicht mehr’. Wegen des Terrorismus sind wir dann nach Chile, nach Santiago, gegangen. Ich habe dort als Entwicklungshelfer auch im Forstbereich gearbeitet.”
Die chilenischen Wälder sind bisher noch weitgehend unberührt; der Naturwald ist die Lebensgrundlage für viele Kleinbauern, die “campesinos forestales”. Ihr Lebensunterhalt ist gefährdet, zum Beispiel auch durch die Rodungen für neue Weinberge. Dabei ist chilenischer Rotwein seit kurzem eine wichtige Ausfuhrware. Zu Clemens Eckens Aufgaben gehörten der Gewässerschutz, Umweltschutz im weitesten Sinne und die Förderung des Kleingewerbes für die “indigenas”, also für die Eingeborenen, die man heute besser nicht mehr ”Indios” nennt, der Begriff hat den gleichen abwertenden Beigeschmack wie ”Neger”.
Nach etlichen Jahren folgt die Rückkehr nach Deutschland, die keine Heimkehr ist, in Lima steht das Haus der jungen Familie Ecken. Vom Deutschen EntwickIungs-Dienst geht Clemens Ecken zur “Kindernothilfe” in Duisburg und übernimmt Aufgaben im Referat Controlling und Finanzen; damit hat er als Katholik eine Berufstätigkeit bei der evangelischen Diakonie übernommen. Ihre Aufgaben sind, Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser in der Dritten Welt aufzubauen, zu betreiben und zu fördern. Übrigens ist diese Hilfsorganisation als erste durch den Staat zertifiziert, sie arbeitet sehr effizient, das heißt, von einem Euro Spendengeld müssen nur fünfzehn Cents für die Verwaltung ausgegeben werden.
“Morgen früh fliege ich nach Nairobi, in eine Stadt mit fünf Millionen Einwohner und unübersehbaren Slums, in einigen davon leben 600.000 Menschen. Kenia leidet unter einer weitgehenden Verelendung. Die Regierung des Staatschefs Arap Moi war völlig korrupt. Jetzt nach den Wahlen hat die neue Regierung gemerkt, dass alleine in Nairobi 21.000 Beschäftigte bei der Verwaltung bezahlt wurden, von denen gibt es aber nur 16.000; das Geld für die fünftausend anderen ist versickert.”
Bei den Reisen um die Welt bleibt noch eines abschließend zu nennen: ”Ich gehe gerne zu Frau Geraats Kaffe trinken, wenn ich in Waldniel bin.”
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